RapidCart Pro mit vielen Tausend Artikel

stacks

(Gunter Schroeter) #1

Hallo Freunde von RapidWeaver und von Rapidcart Pro 4,

letzte Woche hat mich ein Kunde gefragt ob ich ihm eine Verkaufsseite für seine über 10.000 Artikel aufbauen kann. Ich bejahte es… und meine es sollte mit RapidCart Pro umgesetzt werden können. Aber als ich mir das Plugin dann genauer angeschaut habe glaube ich dass ich jeden Artikel einzeln einfügen muss. Hat jemand von Euch schon Erfahrungen mit solchen großen Verkaufsseiten machen können?
Gibt es da eine schnellere Lösung? Ich denke da eine Möglichkeit wobei alle Artikel vorher mit Excel aufgebaut werden und diese dann in RCP übertragen wird. Ich freue mich über Eure Antworten.
Viele Grüße
Gunter


(Michael M.) #2

Für 10.000 Artikel würde ich eine professionelle eCommerce Lösung vorziehen. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass das mit RapidCart bewältigbar ist. RC ist gut, wenn du vielleicht 20 bis maximal 100 Artikel verkaufen willst. Bei 10.000 Artikel ist mehr gefordert wie nur Artikel und Preise in einer Website anzeigen zu lassen

Außerdem “riecht” mir das nach einem Auftrag, wo ein Kunde die Vorstellung hat, so Shop ist mal mit ein paar Klicks nebenbei zu machen. 10.000 Artikel in einen Shop einzupflegen, aktuell zu halten und diverse Störungen abzuarbeiten, ist ein Vollzeitjob. Wenn du dich auf so einen Auftrag einlässt, hast du schon verloren.


(Kunstmaler) #3

Würde ich zustimmen :slight_smile:

10.000 Artikel … ziemlich viel…


(Cyrill Pfister) #4

Ich habe mit OpenCart gute Erfahrungen gemacht: https://www.opencart.com
Es gibt für OC auch gute Addons für automatisierte Artikel-Imports.

Ich würde die Artikelverwaltung in einer Datenbank machen (z.B. FileMaker) und regelmässig (Cronjob auf dem Webserver) in OpenCart importieren lassen.

…hatte in meinem Fall gut funktioniert.


(Gunter Schroeter) #5

Danke Michael, so hast Du noch nicht mit der Importfunktion mit .csv gearbeitet. Ich denke es soll doch einen einfachen Weg der Produkteingabe ausserhalb von RCP geben . z.B. in einer Datenbank alle Produkte eingeben (steuern) und über die Schnittstelle zum RCP überführen.
Was meinst Du - was meinen die anderen hier?


(Gunter Schroeter) #6

Hallo Cyrill, Besten Dank für Deinen Vorschlag wie ich damit umgehen könnte. Ich habe gerade mal auf die Seite von opencart geschaut und WOW das gefällt mir auf den ersten Blick ganz gut. Die Artikelverwaltung über die Datenbank Filemaker vorzubereiten und diese dann immer in opencart zu importieren kann ich mir gut vorstellen… was ist das mit dem Cronjob? Wieviel Zeitaufwand steckt hinter dieser Methode mit opencart und Filemaker bei 10.000 Artikel …? Warum funktioniert es nicht mit RCP? Könnte da nicht eine Konvertierung in CSV einsetzbar sein? Mir gefällt halt sehr die freie Designwahl bei der Darstellung mit RCP. Aber nochmal Danke, dass von Dir eine Idee kommt wie es funktionieren könnte und nicht nur dass es mit RCP nicht oder schlecht geht. :slight_smile:


(Michael M.) #7

Sorry, ohne deine Kompetenzen in Zweifel ziehen zu wollen, aber so ein Projekt ist für einen Einzelkämpfer zu groß - ganz abgesehen davon, dass ich das mit den Mitteln von RapidWeaver nicht für realisierbar halte. Vielleicht lässt sich noch das Frontend des Shops mit RapidWeaver gestalten, aber für die ganze Shopfunktionalität eines derart umfangreichen Projekts gibt es in der RapidWeaver-Welt keine Lösung.

Wenn du mal selbst bei einem Shop mit geringen Anforderungen grob kalkulierst und pro Artikel mehr als wohlwollend kalkulierte 15 Minuten Arbeitszeit für das Formulieren und Gestalten von Produktinformationen (das ist auch bei einer CSV-Tabelle nötig und Produktfotos sind da noch nicht eingerechnet); die Zahlungsfunktionalitäten, die basalen SEO-Voraussetzungen (um die du bei einem Shop nicht drumherum kommst; das ganz sicher fällig werdende Troubleshooting; die Überprüfung der Darstellung auf den unterschiedlichen Geräten ansetzt, bist du bereits bei 2500 Arbeitsstunden.

Mit einer CSV-Tabelle, die du mal eben so auf die Schnelle in einen Shop importierst, ist es da nicht getan. Und selbst diese Tabelle muss erstellt und gepflegt werden. Ein Shop dieser Größe braucht auch die Anbindung an ein Warenwirtschaftssystem, es braucht eine fundierte juristische Beratung, einen eigenen Server, ggfs. eine Internationalisierung, die Möglichkeit zur Einrichtung von Kundenaccounts etc…

Einen Shop dieser Größe und mit diesem Arbeitsaufwand würde ich auch nicht mit einem proprietären Tool wie RapidWeaver/RapidCart erstellen, von dem ich nicht weiß, ob es dieses Tool morgen noch gibt oder ob es auch in Zukunft noch ausreichend gepflegt wird. Gerade RapidCart hat sich sehr schwer getan, deutschem Recht halbwegs gerecht zu werden und abschließend rechtssicher ist diese Lösung noch immer nicht. Von dem nicht vorhandenen Support seitens Foreground will ich mal gar nicht reden.

Jeder muss selber wissen, was er tut, aber eigentlich gibt es, wenn das ein nur halbwegs brauchbares Ergebnis werden soll, nur einen Rat: Vergiss es. 100 Artikel, vielleicht noch 1000 Artikel sind für einen Einzelkämpfer machbar; aber 10.000 Artikel sind außerhalb des Bewältigbaren. Gib einen solchen Auftrag an einen spezialisierten Profi ab. Oder sei bereit, dich in etablierte und spezialisierte Systeme wie WooCommerce, Presta-Shop, Magento und wie sie alle heißen, einzuarbeiten (apropos OpenCart: für Einsteiger halte ich eine Open Source-Lösung bei einem Shop dieser Dimension für nicht sinnvoll).

Meine Oma hatte immer einen schönen Satz, der darauf passt: Man sollte keine Schuhe tragen, die einem zu groß sind.


(Gunter Schroeter) #8

Besten Dank Michael. Wie willst mich darüber informieren besser die Finger von solch einem großen Projekt wegzulassen. Also das mit Deiner Oma ist Lebenserfahrung. Ich bin zwar noch kein Opa aber meine Erfahrungen aus der Entwicklungen sind, dass die meisten Menschen, mit denen ich zu tun bekam immer Gründe suchen warum man etwas nicht macht. Nur wenige Menschen suchen nach Möglichkeiten wie etwas besser oder schneller oder günstiger wird.

Nochmal vielen Dank für Deine ausführlichen Erklärungen und Gründe!


(Cyrill Pfister) #9

@Gunter:
…ich kann Dir da nur Recht geben. Ich habe auch immer wieder mit Leuten zu tun, welche bei neuen Projekten zuerst mal das Negative sehen.
Also ich würde Dir helfen, etwas Neues aufzubauen :wink:

Wenn man eine Datenbank sauber aufbaut und den Webshop sorgfältig durchtestet ist das füllen mit Informationen “nur” eine Fleissarbeit, welche man auch auf mehrere Personen ohne IT-Kenntnisse aufteilen könnte.
Für FileMaker und OpenCart sind 10.000 Artikel handlebar.
Diesbezüglich muss ich Michael aber Recht geben:
man benötigt dazu sicher schnelle und entsprechende teure Hardware! (PC, WebServer, Backup-Systeme etc.)
Ebenfalls übernimmt man eine grosse Verantwortung für den technischen Support eines so grossen ECommerce Projekts (Stichwort: Servicevertrag).

OpenCart gibt es übrigens schon sehr lange!
Zuerst entwickelt 1998 in Perl (Programmiersprache) und rund 10 Jahre später in PHP umgeschrieben.


(Gunter Schroeter) #10

Hallo Cyrill schön dass Du da ähnliche Erfahrungen machen konntest. Ich glaube dieses Verhalten ist vor allem hier in Deutschland öfter zu finden. Was glaubst Du wieviele “Gegner” also Leute man findet die immer zuerst sehen dass etwas nicht geht… gerade dann wenn man wie ich schon einige Patente daraus entstanden sind, weil ich mich nicht gleich damit abfinde nur weil andere keinen Weg sehen für eine Lösung. Es ist halt sehr bequem :wink:

Aber zu Michaels Ausführungen verstehe ich dass er damit schon sehr viel Erfahrungen gemacht haben muss und dafür danke ich ihm auch. Ich möchte nicht leichtsinnig einfach so ein großes Projekt anzunehmen und dann später damit Schiffbruch zu erleiden. Deshalb nochmal besten Dank an Michael.

Gerade lese ich auch mehr über die Erfahrungen, die mit dem Support von RCP seit längerem gemacht werden. Das sieht ja wirklich so aus, dass RCP nicht mehr weiter machen wird. Das ist wirklich bedauernswert, weil der Ansatz gefällt mir sehr gut. Hier fehlt mir nur eine komfortable Anbindung über eine Datenbank. Die könnte wie Du (Cyrill) beschreibst ja mit Filemaker durchgeführt werden können.
Welche Erfahrungen hast Du bereits damit gemacht…?
Entwickelt Du auch selbst stacks oder plugins für RapidWeaver?


(Cyrill Pfister) #11

Nein, leider reichen meine Programmierkenntnisse bei Weitem nicht aus für die Entwicklung von RW Addons. Sonst hätte ich schon lange ein WebShop-Addon herausgegeben :slight_smile:

Ich hatte aber genau die gleiche Ausgangslage wie Du:
mein Kunde (Weinhändler) benötigte einen neuen WebShop mit sehr umfangreichen Suchmöglichkeiten.
Schon zu dem Thema “Artikelsuche” kannst Du RapidCart vergessen.
Ebenfalls fehlt RC eine Schnittstelle zu einer Kundendatenbank (siehe dazu auch mein Post).

Nur schon aus diesen 2 Gründen musst Du zu einer externen Lösung greifen, oder Du wartest bis in alle Ewigkeit, bis die RC-Leute endlich mal Ihr Produkt weiterentwickeln.


(Michael M.) #12

Ich finde das ein wenig ärgerlich, wenn meine Ausführungen auf das Stichwort “German Angst” reduziert werden. Es hat beileibe nichts mit den tendenziell mutlosen, depressiven und schlachtgelaunten Deutschen zu tun (von denen ich ohnehin mal unterstelle, dass die ein Märchen ist, sonst würde dieses Land international nicht so dastehen).

Was die Fakten angeht: Ja, man kann einen so umfangreichen Webshop umsetzen, aber nur mit den richtigen Werkzeugen und mit einer realistischen Einschätzungen des Aufwandes. RapidWeaver (danach wurde gefragt) ist das falsche Tool und der Aufwand ist immens. Und dieser immense Aufwand muss kalkuliert werden, wenn man das nicht als Hobby betreibt, sondern eine Leistung gegen Geld anbietet. Nebenbei ist das nicht zu machen.

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