Webshop 2017 , RW-Plugin? Rapidcart? anderes?


(Johannes Osenberg) #1

Hallo Miteinander,

ich habe bereits alle älteren Threads zum Thema Rapidcart etc. durchgearbeitet.
Weiß jemand wie der aktuelle Stand in puncto Rechtssicherheit dort ist?
(AGB, Widerruf, MWSt.-Ausweis, etc.)

Gibt es eine neue Empfehlung für ein RW7-taugliches Shopsystem?

Vielen Dank für Euren Input!

Jo


(Oliver) #2

Hallo @joos,

soweit ich weis sind die grundlegenden Funktionalitäten bei allen Shoplösungen gegeben (also z.B. AGB muss als gelesen abgehakt werden).
RCP finde ich von allen am besten, lässt sich tiergehend konfigurieren und bietet als einziger Shop die Möglichkeit mit Überweisung (per Mollie) zu zahlen. Steuerausweis funktioniert bei RCP eigentlich gut, man muss nur die entsprechenden Einstellungen aktivieren.
Nachteil, sämtliche Steuersätze für die zu bedienenden Länder müssen per manus eingetragen werden.
Zu Cartloom kann ich leider nichts weiter sagen, weil ich es nicht verwende.
Allerdings muss man bei RCP & Cartloom den Steuerkram selbst händeln.

  • Bei RCP in Abhängigkeit davon, welchen Zahlungsdienstleister du verwendest, so sollten Mollie und Stripe (Standard-Kreditkartengateway) das von selbst regeln, bei der nativen PayPal-Integration und den anderen Zahlungswegen (Rechnung & Nachnahme) muss man’s selbst händeln.)

  • Cartloom hat meines Wissens nach einen eigenen Kreditkarten-Gateway, und da es sonst nur PayPal gibt, muss da alles selbst gehandelt werden.
    Zu e-junkie (via stack) kann ich auch nichts sagen, mir ist der Dienst zu teuer.

Die sonstigen Lösungen (Paddle, Stripe) Funktionieren an sich sehr gut, für Stripe gibt es sogar eine recht umfangreiche Shoplösung von yuzoolthemes. Diese bieten den Vorteil, den Steuerkram selbst zu händeln, allerdings erheben sie Gebühren für getätigte Transaktionen. Diese setzen sich meist aus einem Satz zwischen 20-50 Cent und einem gewissen %-Betrag deines Umsatzes. Jemand im Forum hat vor einiger Zeit dazu schon einmal eine Proberechnung aufgestellt, dass summiert sich wohl ganz schön und wäre auf Dauer besonders bei kleinen Margen eher unwirtschaftlich.

Vielleicht könnten ja @instacks oder @jochenabitz etwas zu Paddle sagen, da sie es ja nutzen :wink:
Zum Thema Cartloom kann ja vielleicht @RWtuts etwas beitragen :slight_smile:

Wenn du mehr Info brauchst, schreib einfach, dann mach ich’s etwas genauer ^^

Happy weaving,
~ N


(Jannis from inStacks Software) #3

Paddle sollte man nur für digitale Downloads in der EU in Betracht ziehen, da sich das Unternehmen dann komplett um die ganze EU VAT Abhandlung kümmert.


(Johannes Osenberg) #4

Hallo Oliver,

vielen Dank, das hilft mir schonmal sehr weiter!

Viele Grüße

Jo


(Johannes Osenberg) #5

Stimmt, das hatte ich auch schon gelesen.


(Michael M.) #6

Das ist ist nur ein Teil der steuerrechtlichen Problematik.

Die Crux aller eigenen Shoplösungen ist viel weitreichender: Wenn du einen eigenen Shop betreiben willst, musst du mit rund 85 Steuersätzen (vielleicht sind es mittlerweile ein paar mehr…) in 28 EU-Ländern umgehen können und auch entsprechend viele Steuererklärungen machen müssen. Es gibt zwar ein abgekürztes Verfahren, das gilt aber nicht für Kleinunternehmer, da dieser Begriff in anderen Ländern nicht bekannt ist. Da gibt es z.B. Fallen beim Versand von PDF-Ebooks, die meinetwegen in GB steuerrechtlich völlig unterschiedlich gehandhabt werden, je nachdem, auf welche Weise der Kunde sie erhält. Rechtskonform ist das fast nicht zu bewältigen, es sei denn, du hast ein Heer an Angestellten. Dem Ganzen entgehst du auch nicht, indem du deinen Firmensitz pro forma ins Nicht-EU-Ausland verlegst (was mit begrenztem Aufwand durchaus machbar ist), denn Versteuern musst du beim Versand in die EU trotzdem in der EU (was von diesen ausgelagerten Firmen meistens keiner macht, weil die EU-Behörden keine Chancen haben, die Steuern einzutreiben).

Es reicht schon, wenn man heutzutage seine Buchhaltung einigermaßen rechtskonform selbst hinbekommt. Den Steuerzirkus bei EU- oder weltweiten Geschäften muss man sich nicht auch noch antun.

Grundsätzlich würde ich die gesamte Abwicklung an einen Payment-Provider (FastSpring, Avantgate, etc.) überlassen. Die verkaufen deine Artikel in Lizenz und du selbst “kassierst” nur noch die Lizenzgebühren bzw. kümmerst dich bei physischen Gütern um den Versand. Wer eine eigene Shoplösung nutzen will, muss schon sehr genau wissen was er tut. Ja, es gibt sehr viele (auch hier in D), die eigene Mini-Shops (auch auf RC-Basis) mehr oder im Verborgenen betreiben, steuerrechtlich konform dürften die in den wenigstens Fällen sein.

Eine Alternative zu RC & Co wäre noch ECWID oder vielleicht Wazala, die wurden hier noch nicht genannt und lassen sich einfach in RW integrieren.


(Johannes Osenberg) #7

Danke für die Infos. Ich kann dem ja auch ausweichen, indem ich nur in ausgewählte Länder verkaufe und dann bleict auch der USt.-Aufwand überschaubar.
Wazala und ECWID werde ich mir auch noch ansehen.


(Matthias Ficht) #8

Hier noch ein interessanter Link für den ecwid-Shop, der hier heute per E-Mail reinkam…

“Wir freuen uns Sie darüber zu informieren, dass Ecwid die offizielle Bestätigung über die erneute Zertifizierung unserer E-Commerce-Applikations-Compliance nach deutschem Recht erhalten hat.
Wir bieten detaillierte Anweisungen, um sicherzustellen, dass Ihr Shop gemäß deutschen Gesetzen eröffnet wird. Sie finden die Anweisungen in der Wissensdatenbank sowie im Kontrollpanel Ihres Shops unter dem Tab Einstellungen > Allgemein > Deutsches Recht.
Wir nehmen Sicherheit und Schutz sehr ernst. Seien Sie versichert, dass Sie bei Ecwid immer in guten Händen sind.”


(Johannes Osenberg) #9

Klasse, vielen Dank! Ich habe heute erst wieder reingeschaut…